Alles ist möglich… Die Konrad Adenauer Stiftung reformiert ihr Familienbild !

kas_38060-1664-1-30_80[1]Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) hat jüngst eine Studie mit dem Titel „Familienleitbilder in Deutschland – Ihre Wirkung auf Familiengründung und Familienentwicklung“ veröffentlicht. Die Studie basieret auf den Ergebnissen einer Befragung von 5.000 Personen im Alter von 20-39 Jahren durch das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung aus dem Jahre 2013 und geht der Frage nach, welchen Familienleitbildern junge Menschen in der heutigen Zeit nachstreben und wie diese Leitbilder die praktische Familiengründung und -entwicklung beeinflussen. Damit wagt sich die CDU-nahe Stiftung auf politisch gefährliches Terrain, hat das klassische Familienbild von Vater-Mutter-Kind in der konservativen Politik doch eine feste Verankerung, wie die vergangenen Debatten um Herdprämie und ähnliches zeigen. Die Ergebnisse der Studie fallen erwartungsgemäß aus, erfreulich überraschend sind die Schlussfolgerungen der KAS hierzu. Weiterlesen

Hinweis: Lesenswerter Beitrag auf JuWissBlog zur Intersexualität

Gesetzesvorhaben2Auf dem JuWissBlog findet sich ein interessanter und lesenswerter Beitrag zur Neuregelung des Personenstandsrechts, die eine Eintragung des Geschlechts im Geburtenregister obsolet werden lässt (Besprechung hier in diesem Blog http://www.abstammungsrecht.de/der-gender_gap-kommt-ins-gesetz/).

Hier geht es zum Beitrag: http://www.juwiss.de/111-2013/#comment-17021

Sexuelle Orientierung der Eltern hat keine Auswirkung auf das Kindeswohl!

130729_child developmentDies ist das Ergebnis einer Studie, die von Ass. Prof. Dr. Rachel H. Farr und Professor Dr. Charlotte J. Patterson jüngst in der Fachzeitschrift Child Development (Farr/Patterson, Coparenting Among Lesbian, Gay, and Heterosexual Couples: Associations with Adopted Children’s Outcomes 84 Child Development (2013) 1226-1240) veröffentlicht wurde.

 

Forschungsdesign

Die Studie analysiert anhand von 104 US-amerikanischen Adoptivfamilien die Zusammenhänge von sexueller Orientierung der Eltern und Wahrnehmung der elterlichen Sorge sowie die Auswirkungen von beidem auf das Kindeswohl. Die Autorinnen wählten hierbei explizit den Kontext einer Adoptivfamilie. In Adoptiv-Konstellationen besteht kein biologisches Band zwischen Eltern und Kindern, die Wahrnehmung der elterlichen Sorge wird daher auch nicht von diesem beeinflusst (S. 1227), weshalb sich klarere Rückschlüsse auf die Zusammenhänge der o.g. Faktoren ziehen lassen. Ermittelt wurden die Ergebnisse der Studie sowohl durch die Auswertung mehrerer Fragebögen, die die Elternteile jeweils eigenständig beantworten mussten, als auch durch eine Videoanalyse des Eltern-Kind-Verhaltens in einer Spielsituation (S. 1230). Weiterlesen

Ein Familienbild der Moderne?

 

Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Eine Orientierungsschrift des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Gütersloher Verlagshaus 2013, ISBN 978-3-579-05972-3

 

Unser gesellschaftliches Verständnis von Ehe und Familie befindet sich im Wandel. Bereits ein Blick auf die Statistiken beweist dies. Seit Jahren sind die Zahlen der Eheschließungen in Deutschland rückläufig. Waren es im Jahre 1950 noch 750.452, sind 2011 bundesweit nur noch 377.816 Eheschließungen verzeichnet worden. Gleichzeitig nehmen die Ehescheidungen in Deutschland zu, 1950 waren nur 84.674 rechtskräftige Scheidungen zu verzeichnen, 2011 schon 187.640 (siehe Statistisches Bundesamt). Das bedeutet jedoch nicht, dass die Familie als Lebensform ausgedient hat. Die Zunahme von alternativen Familienformen, etwa von Patchwork-Konstellationen, Alleinerziehenden-Haushalten oder gleichgeschlechtlichen Partnerschaften (mit und ohne Kinder) zeigt, dass Familie auch weiterhin gewollt ist, nur eben in anderen personalen und geschlechtlichen Zusammensetzungen (vgl. so auch Gernhuber/Coester-Waltjen, Familienrecht, S. 3f.). Auch an der sogenannten kumulierten Überlebenskurve (siehe dazu Rauscher, Familienrecht, S. 17) lässt sich ein Wandel unseres Familienbildes ablesen. So nimmt die Scheidungsbereitschaft bei Ehepaaren zu, je näher der Zeitpunkt der Eheschließung an der heutigen Gegenwart liegt. Dies zeugt von einem stärker an privatautonomen Entscheidungen ausgerichteten Familienbild. Das eheliche Band ist für die Familie nicht mehr konstitutiv, von ihren Mitgliedern auch nicht mehr so häufig gewollt.

Maßgeblichen Einfluss auf unser gesellschaftliches Familienverständnis nehmen heute immer noch die Kirchen. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland hat mit der o.g. Orientierungsschrift nun sein Familienverständnis neu orientiert. Weiterlesen